Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Wirtschaft & Finanzen

Globalisierungsstrategie von „wee“ nimmt Asien ins Visier

Cengiz Ehliz und die weeCONOMY AG expandieren nach Indonesien

Donnerstag, 18 Mai 2017 02:08 geschrieben von 
Markteinführung von „wee“ in Indonesien: Yudianto Tri (l.) und Cengiz Ehliz Markteinführung von „wee“ in Indonesien: Yudianto Tri (l.) und Cengiz Ehliz Quelle: weeCONOMY AG

Jakarta/Kreuzlingen – Auf den Schaufenstern von immer mehr Geschäften in Sachsen tauchen rote „wee“-Sticker auf. Kein Wunder, denn die neuen Bundesländer spielen eine nicht unerhebliche Rolle beim Expansionskurs des gleichnamigen Cashback-Systems von Cengiz Ehliz und seiner weeCONOMY AG. Doch nicht nur der Osten der Republik steht derzeit im Fokus des Unternehmers aus Bad Tölz. Auch in anderen europäischen Ländern wie der Schweiz, Österreich, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, Polen, Frankreich und Italien schreitet die Markteinführung von „wee“ voran – unterstützt von einem strategischen Werbefeldzug im Sportbereich.

Offenbar denkt Ehliz aber schon weit über die Grenzen Europas hinaus, denn wie am Donnerstag bekannt wurde, hat der passionierte Box-Fan nun auch in Asien seine Pflöcke eingeschlagen. Die Marktausdehnung von „wee“ nach Indonesien ist in trockenen Tüchern, denn dort kooperiert Ehliz nun mit dem Multi-Unternehmer Yudianto Tri (50) aus Jakarta, der sich nach einem intensiven Ausschreibungsprozess gegen hochkarätige Wettbewerber durchsetzen konnte und vom Lizenzgeber den Zuschlag für das „wee“-Bonussystem erhalten hat.

Die im Schweizerischen Kreuzlingen ansässige weeCONOMY AG profitiert von diesem Deal nicht nur mit einer lukrativen Lizenzgebühr, sondern auch, wie es in einer Erklärung des Unternehmens heißt, „von einem potenten Geschäftspartner, der kurzfristig ca. fünf Millionen USD in die Markterschließung des weltweit größten Inselstaates investieren wird“. Das sind große Töne! Doch damit nicht genug: Zusätzlich wollen Ehliz und weeCONOMY im Rahmen ihrer Globalisierungsstrategie noch in diesem Jahr Lizenzen für sechs weitere Länder vergeben, in denen „wee“ mittelfristig eingeführt wird. Darüber, welche Staaten hier ins Auge gefasst wurden, hüllt man sich in Kreuzlingen allerdings noch in Schweigen. Durchgesickert sind bislang Japan und China.

Zunächst einmal steht jedoch Indonesien auf der Agenda. Cengiz Ehliz, Gründer und Mehrheitsaktionär der weeCONOMY AG, begründet gewählten Startpunkt für Asien strategisch-analytisch. „Wir haben verschiedene asiatische Länder vor Ort intensiv analysiert und dann einen Schlüssel erarbeitet, der u.a. Einwohnerzahl, Kaufkraft, Online-Handelsvolumen, Handelsstruktur und Mobiltelefonie berücksichtigt. Nicht zu vergessen die Motivation ausgewählter Unternehmer, die mit unserem revolutionären Produkt arbeiten möchten“, so der versierte Vertriebsprofi gegenüber SACHSEN DEPESCHE.

Der errechnete Koeffizient für Indonesien sei exzellent. Ehliz weiter: „Wir haben uns bewusst gegen den Start in China oder Japan entschieden, die wir in der folgenden Globalisierung, mit den Erfahrungen aus Indonesien, gleichermaßen erfolgreich bearbeiten werden.“ Mit Yudianto Tri, der nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch ein erfahrener Wirtschaftspolitiker mit ausgewiesener Handelserfahrung sei, habe man für „wee“ einen Partner gefunden, der exakt in das gewünschte Anforderungsprofil passe. „Unser neuer Lizenznehmer“, so Ehliz, „ist mit seinen Reise- und Touristikunternehmen einer der erfolgreichsten Macher des Archipels und gleichermaßen seit über zehn Jahren in unterschiedlichsten herausragenden Funktionen der Industrie- und Handelskammer Jakartas aktiv. Zudem ist er Präsident des Einzelhandelsverbandes.“

Wie die weeCONOMY AG mitteilte, soll schon in Kürze ein Soft-Launch als Test in Jakarta erfolgen. Langfristig und nach erfolgreicher Marktdurchdringung will man dann in ganz Indonesien „wee“ umsetzen. Derzeit arbeite man daran, ein System des papierlosen Transfers von Zahlungen unter höchsten Sicherheitsstandards in das Cashback-System zu implementieren. Indonesien sei mit seiner marktwirtschaftlichen Struktur und gut 260 Millionen Bewohnern einer der attraktivsten Konsumgütermärkte der Welt, verfüge über eine aufstrebende, konsumorientierte Mittelschicht und habe ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum von sechs Prozent pro Jahr vorzuweisen.

Fokussieren will sich weeCONOMY in Indonesien offenbar auf den Online-Handel, da ein Großteil der Bevölkerung, wie überall in Asien, sehr netzaffin ist. Doch auch der stationäre Einzelhandel soll bei der Markteinführung des Bonussystems berücksichtigt werden. Das Besondere an „wee“ ist, dass bei dem System keine Punkte, sondern bares Geld angehäuft werden. Man sammelt bei Einkäufen in den „wee“-Partnergeschäften entweder mit einer Bonuskarte (weeCard), einer Smartphone-App (weeApp) oder im Internet sogenannte „wees“, die man sich anschließend auszahlen oder beim nächsten Einkauf verrechnen lassen kann.

Der „wee“-Partner Yudianto Tri hat sich für sein Heimatland ambitionierte Ziele gesteckt. „Was spricht dagegen, wenn wir uns als erklärtes langfristiges Ziel 100 Millionen Menschen als Nutzer von ‚wee‘ für Indonesien vorstellen? Absolut nichts!“, wird der Unternehmer aus Jakarta von der weeCONOMY AG zitiert. Aktuell wird ein 20 köpfiges Team des neuen Lizenznehmers in der Münchener Niederlassung der weeCONOMY geschult und qualifiziert. Im Rahmen des folgenden Soft-Launchs werden die Spezialisten der weeCONOMY dann vor Ort sein.

Von Sachsen und den neuen Bundesländern über Mittel- und Osteuropa nach Asien – diesen Weg nimmt die Globalisierungsstrategie von weeCONOMY in diesem Jahr, genau entgegengesetzt zum Projekt der „Neuen Seidenstraße“, das von China derzeit massiv vorangetrieben wird und die alten Handelsrouten von Fernost nach Europa wiederbeleben soll. Branchenkenner gehen davon aus, dass Cengiz Ehliz und seine weeCONOMY bald auch in Peking vorstellig werden könnten. Mit einem kompetenten Partner an ihrer Seite dürften sich dann Möglichkeiten eröffnen, von denen man heute wohl noch nicht einmal in Kreuzlingen zu träumen wagt.

Artikel bewerten
(6 Stimmen)
Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Redaktion